Heizkosten-Ersparnis
Ein Passivhaus hat einen Heizwärmebedarf von max. 10 kWh/m²a (=Energiekennzahl (EKZ) 10, "1-Liter-Haus").
Bei zweistöckigen system|häusern wird diese EKZ erreicht (siehe Abb.), sie gelten also selbst nach dem strengen österreichischen Baurecht als Passivhaus.
Bei einstöckigen system|häusern ist dieser Standard nicht so leicht zu erreichen (weil das A/V-Verhältnis zwangsläufig schlechter sein muss). Mit einer EKZ zwischen 20 und 30 fallen sie aber immer noch in die Kategorie Niedrigstenergiehaus.
Primärenergieverbrauch
Dieser Wert beschreibt die benötigte Energie zur Herstellung der Baustoffe und ist daher für eine realistische Ökobilanz eines Gebäudes unverzichtbar. Strohballen sind in dieser Disziplin Weltmeister unter sämtlichen Dämmstoffen: Selbst wenn man Stroh als Hauptprodukt – ohne die Ernte des Korns – betrachtet, haben sie den geringsten Primärenergieverbrauch. Den zweiten Platz belegt die Zellulose (Quelle: GrAT, TU Wien).
Herkömmliche, ökologisch unvorteilhafte Gebäude benötigen für ihre Herstellung soviel Energie wie ein Passivhaus für seinen Betrieb in 100 Jahren!
Treibhauspotenzial
Beim Bau von Häusern entstehen enorme Mengen an CO2 – es sei denn, man verwendet nachwachsende Rohstoffe, die sogar in der Lage sind, die CO2-Bilanz zu verbessern, indem sie das Treibhausgas speichern. Von diesen kann Stroh das unter den Dämmstoffen am besten (Quelle: GrAT, TU Wien).
Ideal ist die Kombination mit Holz wie in den system|haus|modulen: Es sorgt durch die lange Wachstumszeit für einen noch höheren CO2-Einsparungseffekt.
Bereits ein 40 m² großes system|haus bindet bei seiner Herstellung soviel CO2 wie es der durchschnittlichen Pro-Kopf-Produktion in Europa pro Jahr entspricht.
Säurebildungspotenzial
Durch die Wechselwirkung von Stickoxid- und Schwefeldioxidgasen mit anderen Luftbestandteilen entstehen Salpeter- und Schwefelsäure, die Verursacher des sauren Regens. Waldsterben, Dezimierung der Fischbestände, Korrosion von Gebäuden und vermutlich noch vieles mehr sind die Folgen. Strohballen haben von allen Dämmstoffen das geringste Säurebildungspotenzial (Quelle: GrAT).
Primärenergieverbrauch, Treibhauspotenzial und Säurebildungspotenzial ergeben zusammen den OI3 (Ökoindikator 3) – die Voraussetzung für die Berechnung der Ökobilanz und der Wohnbauförderung*.